
Am letzten Samstag gings los nach Musik-Produktiv - zum Musikerflohmarkt und zum Shop. Der Flohmarkt war richtig nett und wir haben das ein oder andere Schnäppchen gemacht und dann im Shop konnte ich ein paar Gitarren und Amps ausprobieren. Hier ist ein kurzer (EDIT: ist doch etwas länger geworden und für Nichtgearheads wahrscheinlich totlangweilig. Egal ;D) Testbericht von einigen ausgewählten Instrumenten:
Als erstes hat mich ein Mesa Amp angelächelt, den ich bis dann noch nicht kannte. Er heißt Electra Dyne und fiel mir positiv dadurch auf, dass er eine Überschaubare Anzahl von Reglern hat (im Gegensatz zu allen anderen (neueren) Boogies, die eher an Raumschiffcockpits erinnern). Schnell die nächstbeste Gitarre geschnappt und losgetestet, in diesem Fall war es eine Epiphone Les Paul 59er RI. Angefangen hab ich mit den EQ-Reglern auf 12 Uhr und hab dann mit verschiedenen Vol-Gain Kombinationen und dem Modeswitch rumgespielt. Nach 5 frustrierten Minuten hab ich dann aufgegeben, weil ich dem Amp keinen einzigen schönen Ton entlocken konnte - irgendwie war alles harsh (in a bad way).
Bin dann mit der Paula weitergezogen und hab den nächsten Amp angeschalltet der mir ins Auge fiel, was in diesem Fall ein
Budda Superdrive 45 war. Es ist ein Einkanaler mit zwei (Fuß- oder Finger-)schaltbaren Gainstufen, der ansonsten nur über einen ganz normalen EQ verfügt. Eingestöpselt, EQ-Regler auf 12 Uhr, Vol langsam aufgedreht, Höhen leicht zurückgedreht, für die nächsten x Minuten Gitarre gespielt und wohl gefühlt. So muss ein Amp sein - Wenn er mich nicht in den ersten Minuten überzeugt, wird er es wahrscheinlich nie schaffen. Der Budda hats geschafft - er liefert richtig schön perlende Cleansounds, die bei Bedarf auch komprimiert bis leicht angezerrt sein können und klingt dabei den Cleanchannels der alten Mesa Marks nicht unähnlich. Im Zerrmodus wirds dann etwas rauer (in a good way), das klingt leicht Marshallig mit einer eigenen, leicht amerikanischen Note (50% Bluesbreaker + 20% Bassman + Rest Budda). An dem Amp hab ich auch erst gemerkt wie gut die Epi Paula ist. Schön warm, leicht näselnd, bissig am Steg und fett-fett am Hals - eine richtige Paula, die besser klingt als ganz viele Gibsons und alle anderen Epi Paulas die ich bis jetzt gespielt hab (ausser diese eine Goldtop ... (aber das ist eine andere Geschichte)).
Irgendwann dachte ich mir aber, dass ich auch mal einen anderen Amp anspielen sollte und so hab ich mich dann dem Budda Superdrive II V20 zugewandt. Ergebniss: Ganz ähnlich wie beim großen Bruder, nur etwas direkter, weniger schmatzend und komprimierend. Komisch eigentlich, hat er doch nur halb so viel Watt...
Dann kam ein Amp dran, den ich schon lange mal testen wollte, ein
Laney Lionheart in der Head + Box Version. Hab auch ziemlich schnell mehrere gute Sounds von Clean bis Lead gefunden, war aber trotzdem nicht begeistert. Falsch gemacht hat er nichts, aber neben dem Budda klang er etwas flach und nicht halb so aufregend. Als nächstes kam dann die gute Paula weg und ich hab mich nach einer aanderen Klampfe umgeguckt. Ins Auge viel mir eine wunderschöne
Düsenberg Starplayer in vintätsch white die mir schon immer optisch gefiel, akustisch aber noch nie die Gelegenheit hatte. Eingesteckt in den leckeren Budda und losgeroggt und ein bisschen enttäuscht worden sein. Nicht falsch verstehen, sie liefert in den drei Switchpositionen alle versprochenen Sounds und ist spitze verarbeitet, aber mehr auch nicht. Werd auf jeden Fall noch mal ne andere Doezy ausprobieren, irgendwie will ich, dass sie mir gefällt (bei der Optik, mmmmhhh).
Als nächstes standen zwei Leckerlies, der neuen, dynamischen und aufregenden Newcomerfirma "Fender" auf dem Speiseplan:
- Fender American Standard HSS - So wie eine gute Strat klingen soll, viel Charakter und Biss! Am liebsten mag ich bei einer Strat den Halspickup, an dieser hat es mir zusätzlich noch die Mitte/Steg Kombi angetan - dirty, nasal, gut. Würd am liebsten ne Strat mit nem Dreifachschalter haben, wo man zwischen Hals (Singlecoil), Mitte/Steg und Steg (Bugger) wählen kann.
- Fender Jaguar (MIM) - Cool, wie eine gute Strat nur irgendwie tiefer, mit ganz vielen lustigen Knöpfen, Rädchen und Schaltern. Wenn ich nur noch eine Gitarre bräuchte ... Mit der Jaguar unterm Arm hab ich mich dann vom Budda losgerissen um noch ein paar Amps zu testen (wenn ich schon mal da bin).
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Orange Thunder 30: Klingt wie ein Orange (Surprise;D) - Britisch mit gutem Crunch! Allerdings fehlte mir der Zwischensound zwischen Glasklar und Verzerrt, der bei meinem AD30 so schön ausgeprägt ist und den Zerrkanal mochte ich nur mit Shaperegler auf rechtsanschlag (alles andere war mir zu sooped).
- Bogner irgendwas: Ganz nett und es leuchtet. Klingt ok, aber nicht weltbewegend für die Sounds die ich mag. Glaub die Entwickler haben sich auf die Übergain-Fraktion konzentriert
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Fryette Deliverance 60: Schrecklich! Ich konnte diese miese Hochmittige Kratzfrequenz nicht rausdrehen und der Gain klang wie unser Rasenmäher. Setzt sich im Bandkontext bestimmt durch aber ich war froh als mich der Offswitch von diesem Sound delivered hat.
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Orange Rockerverb 50 MkII: Nach dem Fryette wollte ich dann noch was schönes anspielen und da stand dann die neue Zitrusfrucht wie für mich gemacht ;D Klingt auch sehr gut und orange. Was ihn vielleicht von andern O-Amps unterscheidet ist, dass er unglaublich punchy ist. Das geht schon mehr in die Marshall Richtung. Gain ist mehr als ich jemals bräuchte vorhanden, aber es fehlt wieder dieser Weiche übergang von Clean nach Crunch. Wer den JCM 800 mag aber gern etwas mehr Wärme hätte, wird hier sicher fündig.
Ein großartiger Tag,
Ben