Eine Sache vorweg: Alles unter 200 Euro ist Schrott. Wenn dir das Gitarrenspiel nicht so viel wert ist, dann such dir ein anderes Hobby. Darüber gibt es dann einige Marken, die brauchbare Instrumente anbieten. Ich hab schon gute Gitarren von Cort, Crafter, LAG und Art&Lutherie angespielt. Wichtig ist, dass die Gitarre eine massive Decke hat und kein Furnier. Einfaches Erkennungsmerkmal - Wenn die Decke massiv ist, hat der Hersteller dies angegeben, wenn nicht dann sagt er nichts dazu. Am besten ist es die Gitarre anzuspielen und mit anderen zu vergleichen. Wenn man noch gar keine Erfahrung hat nimmt man jemanden mit, der Klang und Bespielbarkeit beurteilen kann oder lässt sich vom Ladenpersonal die Gitarren vorführen.
Ein paar Marken hab ich noch nicht genannt. Die hab ich mir für meine Top 3 der Budgetakustiks aufgehoben. Da sind sie:
1. Die Seagull S6- Massive Zederndecke und ein kraftvoller aber denoch fein zeichnender Klang - Ich mag diese Gitarre wirklich sehr und kann sie guten Gewissens empfehlen. Ich selbst habe die 12-saitige Version und bin völlig zufrieden mit ihr. Hatte damals alle(!!!) 12-Saiter unter 1000 Euro angespielt und die Seagull lag mit Abstand vorn. Die S6 ist genauso gut und für ca. 420 Euro ohne Tonabnehmer zu haben. Will man einen Tonabnehmer muss man nochmal 100 Euro drauflegen.
2. Die Ibanez Artwood AW3000NT - Wie macht Ibanez das - Eine Gitarre mit massiver Fichtendecke, super Klang und Bespielbarkeit, inkl. Tonabnehmer und ohne Erkennbare Nachteile für 430 Euro? Gute Gitarre.
3. Irgendwas von Yamaha ab 400 Euro - Ich habe keine Lieblingsmodelle von Yamaha, aber ich habe festgestellt dass man mit dieser Marke wenig falsch machen kann (ab 400 Euro! - die Billiggitarren von Y. sind der reinste Schrott!). Nähert man sich gar der 1000 Euro Marke bekommt man wirkliche Weltklasse Instrumente zum halbe Preis der amerikanischen Großen.

HI Ben,
AntwortenLöschenBin auf der Suche nach ner zweiten Gitarre mit Tonabnehmer. Ich hab mir mal vor allem Ibanez-Modelle angeschaut, weil ich deinen Klang für den Preis damals echt gut fand und die Optik hat auch gestimmt.
Hab dann mal was rausgesucht:
Ibanez A300E (Ambiance)
Von der Optik hat die mich sehr angesprochen und auch von allen Features und sonstiges.
(Der Klang sollte natürlich auch passen, werd sie auf jeden Fall noch antesten.)
Meine Frage:
Ist die Decke nur massiv, wenn es explizit angegeben ist?
Was macht das Holz für einen Unterschied? Was würdest du für Decke usw. empfehlen?
Gruß
Matthis
Hi Matthis,
AntwortenLöschenEs ist tatsächlich so, dass der Hersteller es in 99% der Fällen anmerkt wenn eine Decke massiv ist (bei 1% hat er es vergessen ;D). Eine massive Decke hat den einfachen Vorteil das sie viel besser schwingt und resoniert als eine gesperrte, sie entwickelt sich auch beim Einspielen weiter und klingt immer besser je länger sie gespielt wird. Bei teuren Gitarren (ab ca. 1000 Euro) sind auch Boden und Zargen massiv, aber da der Klang zum größten Teil von der Decke beeinflusst wird sind die günstigen mit gesperrtem Korpus und massiver Decke schon oft richtig amtlich.
Die A300E von Ibanez hat leider keine massive Decke. Sie hat ein stark strukturiertes Ahornfurnier auf der Decke - Ahorn wird nie als Deckenholz benutzt (zu leise), meist Fichte oder Zeder. Ich würd eher von der Klampfe abraten, da der akustische Klang meist nicht so zufriedenstellend ist.
In der Preisklasse kann ich die besagte Artwood oder dieser hier empfehlen: http://www.thomann.de/de/ibanez_ael40_serlv.htm (die hab ich selber, war meine erste und klingt immer noch toll ;D). Die meisten anderen Ibanez ab ca. 400 EUro mit massiven Decken dürften auch brauchbar sein.
Gruß
Ben
Ich habe vor einigen Jahren eine Menge Ibanez AWs und EWs angetestet. Die sahen alle gut aus und klangen alle fürchterlich. Wirklich durchweg. Entweder ich habe da etwas verwechselt oder die bauen neue Gitarren. Gar kein Vergleich mit Seagull.
AntwortenLöschenArt & Lutherie bauen meiner Meinung nach auch gute Gitarren in diesem Segment (ist aber im Grunde dasselbe wie Seagull), außerdem Furch. Die bauen aber sehr puristische Gitarren mit nur dem nötigsten dran, ohne Tonabnehmer. Dafür sind Furch-Gitarren die lautesten. Bei denen darf man aber auch nicht zu dolle auf der Decke herumhauen, da die Furch Massivdecken sehr dünn sind.
Ein weiterer Tipp für Low-Budget-Gitarren: Habe vor Jahren meinem Bruder mal eine CORT Gitarre gekauft, das ist von der Bespielbarkeit her die beste günstige Gitarre ever. Vom Klang natürlich der Preisklasse entsprechend.
@Helm: Hm, die AW (sowie die meisten Ibanez ab ca: 400 Euro) waren sehr solide verarbeitet und klangen auch gut. Wo hast du sie denn angespielt, manche Läden haben noch Saiten aus dem letzten Jahrtausend auf den Klampfen.
AntwortenLöschenMit allem andern was du sagst kann ich nur völligst übereinstimmen.
bei Niemeyer in Bielefeld, im Musicstore in Köln;-) Bei den beiden Läden eigentlich nicht verwunderlich ...
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