Dienstag, 26. April 2011

Tonabnehmer für Akustikgitarren

Nach den Top 3 Gitarren gibts passend dazu ein paar Infos zu den Tonabnehmern. Die Abnahme einer Akustikgitarre für die Bühne ist immer mit Kompromissen beim Ton verbunden, denn man will ja, dass sie abgenommen genauso klingt wie akustisch - nur lauter. Der unplugged Ton ist also Referenz, anders als bei der E-Gitarre wo der Pickup den Sound einfach mitformt und wo der unverstärkte Ton dem Tonabnehmer egal ist. Am besten ist dies von einem oder mehreren guten Mikrofonen zu bewältigen, wie es auch im Studio gemacht wird. Will man aber live spielen, haben die Mikros den Nachteil, dass sie sehr schnell rückkoppeln und man nur sehr leise spielen kann (nicht der Sinn der Abnahmeübung ;D). Ausserdem schränken sie die Bewegungsfreiheit ein und sind nicht förderlich für eine gute Bühnenperformance. Deshalb haben sich für diese Aufgabe die folgenden drei Arten von Tonabnehmern bewährt: Piezos* (werden unter den Sattel geklemmt), Transducer (werden unter die Decke geklebt) und magnetische Tonabnehmer, wie bei der E-Gitarre (werden meist ins Schalloch geklemmt). Jedes System hat natürlich verschiedene Vor- und Nachteile und deshalb verwenden viele Akustikprofis mehrer unterschiedliche Tonabnehmer in einer Gitarre, die dann zu einem möglichst natürlichen Gesamtsound zusammengemischt werden. Ich habe versucht die Stärken und Schwächen der verschiedenen Systeme kurz zu umreißen:

Piezos (und andere Abnehmer die unter den Sattel geklemmt werden)
+ Durchsetzungsfähiger Sound. Ist im Bandgefüge immer gut zu hören.
+ Ist in vielen Gitarren schon ab Werk zu haben.
+/- Ist nur mittelmäßig Feedback anfällig (anfälliger als der magnetische, aber nicht so anfällig wie Mikros und Transducer)
+/- Ist der mit Abstand beliebsteste Akustiktonabnehmer
- Kann etwas dünn und nasal klingen, man spricht vom Piezoquack (gilt leider auch für Nichtpiezos unter dem Sattel)
- Wenn der Einbau nicht gut gemacht wird gibt es Lautstärkenunterschiede der Saiten und einen dünnen, unschönen Ton

Beispiel für einen guten Piezosound (und einen großartigen Song):



Magnetische Tonabnehmer
+ Warmer Ton mit viel Dynamik (kein Piezoquack und Kompression)
+ Einfacher Einbau
+ Am wenigsten anfällig für Feedback
- Kann zu "elektrisch" klingen

Beispiel für einen guten Magnetischen Ton:



Transducer
+ Natürlicher Sound
+ Kommt dem Mikrofonklang recht Nahe
+/- Relativ unkomplizierter Einbau (man muss nur die richtige Stelle finden wo er am besten klingt)
- Feedbackanfällig
- Kann sehr bassig undifferenziert klingen und setzt sich nicht gut in einer Band durch (eher was für den Solokünstler)

Ein gutes Beispiel hab ich leider nicht gefunden, wer eins kennt sagt mir bitte bescheid, dann trage ich es nach.

Genauso viel Einfluss wie der Tonabnehmer hat übrigens auch der Vorverstärker oder Preamp. Am besten ist man beraten wenn man sich für den entscheidet den der Hersteller empfielt/dazu anbietet.

Hoffe ich konnte ein wenig Klarheit ins Tonabnehmerwirrwarr bringen.
Gruß
Ben

*Es gibt auch Transducer die unter den Sattel geklemmt werden, aber der Einfachheit halber habe ich sie zu den Piezos gepackt

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